Every life counts. Und irgendwann: every record measures.
Ich bin kein Dokumenten-Mensch. Ich habe zwei Berufe erlernt, in denen es keine 99,9 % gibt: Linienpilot bei Austrian Airlines und Fluglotse bei Austro Control. Die Aufnahmetests für beide gehören zu den schwersten der Welt — der DLR-Psycho-Test in Hamburg mit seiner Durchfallquote nördlich von 98 %, das mehrtägige Assessment bei Austro Control, in dem Menschen erfahren, wie belastbar sie wirklich sind, oft zum ersten Mal in ihrem Leben. Zehntausende bewerben sich, ein paar Dutzend kommen durch. Ich habe beide bestanden.
Bei MENSA bin ich obendrein — was, wenn ich ehrlich bin, weniger sagt als der Cockpit-Test. IQ misst, wie schnell jemand denkt. Der Cockpit-Test misst, wie ruhig jemand bleibt, wenn die Anzeige rechts oben schon fünf Sekunden lang etwas Falsches meldet und man es als Erster merken muss. In der Fliegerei ist das zweite die Größe, die zählt. Und in beiden Berufen überstrahlt ein Prinzip alles andere: es zählt jedes Leben. Every life counts. Nicht 999 von 1 000. Alle.
Wenn Sie wissen wollen, ob das eine Berufs-Pose oder ein Betriebssystem ist, ein kleines Detail: als ich im Herbst 2025 nach dreißig Jahren Pause wieder mit Tennis begonnen habe, habe ich mir keinen Vereinstrainer aus dem Nachbardorf gesucht. Ich habe einen gefunden, der jahrzehntelang ATP-Top-10-Spieler betreut hat. Nicht, weil ich vorhabe, auf die Tour zurückzukehren. Sondern weil ich, wenn ich etwas ernst nehme, wissen will, wo mein Deckel wirklich ist — nicht, wo ihn ein durchschnittlicher Trainer vermuten würde. Business oder Privatleben: dieselbe Haltung.
Diese Prägung geht nicht weg, auch wenn man das Ruder abgibt. Wenn man Jahre damit verbringt, im Cockpit oder im Tower jeden Handgriff auf Wiederholbarkeit, jedes Verfahren auf Nachvollziehbarkeit und jedes Ergebnis auf Vollständigkeit zu prüfen, dann kann man es nicht mehr abschalten, wenn man in ein anderes Feld wechselt. Man schaut auf jedes System und misst es: bringt es 100 %? Oder nur „meistens"?
Wie aus KSIC die CloudDNA wurde.
Ich habe die CloudDNA vor zehn Jahren gegründet — ursprünglich nicht unter diesem Namen. Ich kam damals von SAP, wo ich Jahre in einem der größten Softwarekonzerne der Welt verbracht hatte. Ein sicherer Hafen. Genau der Ort, den man nicht verlässt, wenn man Kinder, ein Haus und eine ernste Miene hat. Ich habe ihn trotzdem verlassen.
Am Anfang stand ein sperriger Name: die KSIC GmbH — Koch Security, Integration and Cloud Consulting. Vier Buchstaben, die niemand aussprechen konnte, mit einer Beschreibung, die alles und nichts sagte. Ich habe schnell gemerkt: das war die zweite Sache, die man an einem SAP-Ausstieg nicht macht — sich einen Namen geben, der klingt wie ein Compliance-Standard.
Die Rettung kam bei einem Abendessen — obwohl ich das damals noch nicht wusste. Blankenese, Hamburg, ein Fischlokal an der Elbe. Ich war zu Besuch bei einem alten SAP-Kollegen — Jörg, einer dieser Menschen, die man einen SAP-Guru nennt, ohne dass es kitschig klingt. Mit dabei: Daniel, damals mein erster Mitarbeiter, für den es die allererste Dienstreise war. Am Fischtisch saß er nicht — wir zwei alten Hasen wollten in Ruhe reden. (Daniel, falls du das jemals liest: den Steinbutt tut mir bis heute leid.)
Wir tranken einen weißen Burgunder, ich versuchte zum dritten Mal, meinen Firmennamen zu erklären. Jörg unterbrach mich, hob das Glas und sagte einen einzigen Satz: „Martin, du hast die Cloud in deiner DNA."
Kein Vortrag. Keine Analyse. Ein Satz.
Am nächsten Morgen bin ich in einem Hamburger Hotelzimmer aufgestanden, habe aus dem Fenster geschaut und gedacht: CloudDNA — das wäre ein geiler Name. Zwei Wochen später hieß die KSIC GmbH nicht mehr KSIC. Und Daniel hat seither noch viele Dienstreisen gemacht, allerdings meistens mit am Tisch.
Chapeau, Jörg. Ohne diesen einen Satz an diesem einen Tisch säßen wir hier vermutlich immer noch als KSIC — und du müsstest beim nächsten Wiedersehen wieder erklären, was die vier Buchstaben eigentlich bedeuten. Ein Abendessen, das sich gelohnt hat. Ein Kollege, den man behalten sollte.
Was blieb, sind drei Dinge, die den Betrieb seit dem ersten Tag prägen — und mich als Menschen sowieso:
- Die Liebe zu gutem Essen und aufrichtigem Wein. Wichtige Entscheidungen fallen bei uns nicht in Konferenzräumen. Sie fallen an Tischen mit gutem Licht.
- Das Reisen — mit Kunden in ganz Europa, mit dem eigenen Team in Regionen, aus denen wir Talente holen oder in denen wir Kunden begleiten. Jede zweite Reise wird zur Weinreise, ob wir es geplant haben oder nicht.
- Das Südburgenland als Basis — die Thermenregion, die Weinregion. Nicht Wien, nicht Berlin, nicht San Francisco. Wir sitzen dort, wo unser Team lebt, und schöpfen aus zwei Talentschmieden, die man auf keiner Weltkarte findet: der HTL Pinkafeld und der FH Burgenland. Ohne die beiden gäbe es diese Firma nicht.
Angefangen haben wir in einem winzigen Büro in Oberwart. Heute sitzen wir in der ehemaligen Raiffeisenbank in Loipersdorf, direkt in der Thermenregion. Ein Gebäude, das schon einmal einen anderen Bezug zum Himmel hatte, wenn man so will: nach oben. Von bescheidenen Anfängen zu einem Ort mit etwas mehr Platz — das ist Fortschritt.
Aus dem Duo mit Daniel ist inzwischen ein Team von mehr als zwanzig Menschen geworden. Wir haben siebzehn Bücher bei SAP Press veröffentlicht — bunt gemischt, aber immer aus der Praxis, nie aus dem Marketing. Das ist die Sorte Kilometerstand, die man nicht ausdenken kann.
Unser Motto — „We deliver" — meint zwei Dinge: Kundenaufträge, und ein Glas Wein im richtigen Moment. Wir sehen uns als modernes, agiles SAP-Startup. Wir sind nicht die Titanic der Beratungshäuser, wir sind ein Regattaboot. Schneller Kurswechsel, kleiner Wendekreis, keine drei Wochen Meeting-Marathon, bis eine Entscheidung fällt.
The Sky is the Limit. Und ja — die Cloud ist manchmal wolkig. Aber genau dafür haben wir sie ja in den Genen.
Zehn Jahre Aktenordner. Und dann ein Satz.
In diesen zehn Jahren habe ich mit CloudDNA in einer Ecke gearbeitet, die man von außen nicht sieht: SAP-Integrationen, Dokumentenströme, Archive. Wir haben in jedem größeren Projekt dasselbe Muster gefunden. Man beginnt mit einer Folie in einer PowerPoint, die zeigt, wie die Belege durchs Haus wandern. SAP liest das Papier, ein OCR-Server drückt es in ein Archiv-System, ein Sachbearbeiter freigibt, das Archiv verlinkt es zurück ins SAP. Auf der Folie sieht das aus wie eine Autobahn. In der Realität ist es ein Feldweg, der bei jedem zweiten Kilometer in ein Wartezimmer mündet.
Ich habe Kunden gesehen, die für ihr DMS mehr Lizenzgebühren zahlten als für ihr HR-System. Ich habe Kunden gesehen, die eine eigene Vollzeitstelle nur dafür geschaffen hatten, dass jemand die Metadaten der eingescannten Belege händisch korrigiert. Ich habe einen Vorstand einer regionalen Genossenschaft kennengelernt, der zu mir sagte:
„Wir zahlen einen sechsstelligen Betrag im Jahr für ein Archiv, das unsere Buchhalterin bittet, mit Excel zu suchen, weil dort die Rechnungen schneller zu finden sind."
Für jemanden aus dem Cockpit ist das die Sorte Satz, bei dem das Prinzip greift. Das ist nicht 99,9 %. Das ist nicht einmal 50 %. Das ist ein System, das seinen eigenen Zweck verfehlt und dafür bezahlt wird. Man kann das nicht wegdenken, wenn man gelernt hat, jedes Verfahren zu prüfen, bis es passt.
Der Feldweg wird zur Autobahn — mit KI.
2024 wurde etwas möglich, das vorher nicht möglich war. Nicht in der Marketing-Definition von KI, sondern in der handfesten: ein lokal laufendes Modell, das ein Rechnungs-PDF anschaut und in Sekunden weiß, was es ist. IBAN, Betrag, Vertragsbezug, Fälligkeit. Nicht aus einer Cloud-Blackbox — auf einer GPU, die im Serverraum unseres Kunden steht.
Ich habe zuerst ein Experiment gebaut, für einen einzelnen Kunden. Ein kleines Skript, das den Scan-Ordner beobachtet und den DMS-Import mit Klassifikations-Vorschlägen füttert. Am zweiten Tag hat die Buchhalterin mich angerufen: „Kann das Ding auch die Verträge finden, in denen wir uns zu einer Sammelrechnung verpflichtet haben?" Am dritten Tag: „Und die Verträge, wo Kündigungsfristen kurz vor Ablauf sind?"
Ich habe verstanden, dass ich nicht mehr am Rand des DMS arbeitete. Ich baute gerade das DMS. Nur ohne die Legacy-Ballast der Vor-KI-Ära, die kein Anbieter mehr loswird — Fat-Clients, TWAIN-Treiber, Lizenzmodelle nach User und Modul, Cloud-Zwang.
Wir haben uns neu erfunden. Weil die KI uns dazu gezwungen hat.
Ich habe die CloudDNA aufgebaut, um für Konzerne SAP-Integrationen zu bauen — schwere Software, in Monaten getaktet, mit Angeboten in sechsstelliger Höhe. In dieser Welt war Individualsoftware ein rotes Tuch. Für uns. Für unsere Kunden. Für alle. Man mied sie wie der Teufel das Weihwasser: zu teuer, zu langsam, zu riskant. Standard-Software mit hundert Kompromissen galt als das Vernünftige.
Bis 2023.
Als ich zum ersten Mal ernsthaft mit Sprachmodellen gearbeitet habe, wurde mir klar: das ist keine graduelle Verbesserung. Das ist der Umbruch, der unser Handwerk umschreibt. Und für die Softwarehäuser — die Konzern-Berater, die SAP-Schmieden, die Nischen-Werkstätten — eine echte Bedrohung. Nicht in fünf Jahren. In eineinhalb.
Ich habe zwei Dinge daraus gemacht. Erstens: ich habe mich selbst hingesetzt und Software gebaut — nicht, weil ich das besser kann als meine Leute, sondern weil ich verstehen wollte, wie sich unser Beruf verändert. Und weil ich glaube, dass man seinem Team nicht mit einer PowerPoint erklären kann, wie KI-gestützte Entwicklung funktioniert. Man muss es vorleben, nachts, am eigenen Editor, mit denselben Werkzeugen, die man ihnen empfiehlt.
Zweitens: ich habe die Erkenntnis genommen und daraus eine Produktlinie gemacht. Denn die Kosten-Kurve hat sich verschoben. Was früher drei Monate und ein sechsstelliger Betrag war, geht heute in zwei Wochen. Nicht, weil Programmierer plötzlich zaubern. Sondern weil sie mit Copiloten arbeiten, die die Fleißarbeit übernehmen — und die Programmierer werden dadurch wieder das, was sie eigentlich sein sollten: Handwerker mit Kopf, nicht Tipper mit Zeitdruck.
Individualsoftware ist unter diesen Bedingungen kein Luxus mehr. Sie ist das Vernünftigste, was ein Softwarehaus einem Kunden anbieten kann.
Statt nur darüber zu reden, wollte ich es meinen Leuten vorleben. Also habe ich Domänen ausgesucht, die ich gut genug kenne — oder in denen ich Freunde habe, die mir jede Woche das Problem erklären, bis es sitzt — um sie ehrlich zu bauen:
- TaxTailor — für Steuerkanzleien, weil ein Freund mir bei einem Glas Wein von seinem Windows-Terminal-Server erzählt hat.
- DineTailor — für die Gastronomie, weil ich seit Jahren an fremden Tischen sitze und Champagner an Wirte verkaufe.
- StayTailor — für Hotellerie, weil die Thermenregion Loipersdorf voller Betriebe steckt, die sich unter dem Konditionen-Diktat der Portale ducken.
- MeetingTailor — für Sitzungen und Gremien, weil in meinem Freundeskreis Stiftungsräte, Gemeinderäte und Vereinsvorstände immer wieder dieselbe Nachtszene beschreiben.
- DocumentTailor — für SAP-Häuser, weil ich selbst fünfzehn Jahre lang Formulare auf den SAP Adobe Document Services gebaut habe und die Nachfolgefrage nicht länger unbeantwortet lassen wollte.
- RecordTailor — für alle, die ein DMS brauchen, das nicht nur speichert, sondern liest. Weil ich zu oft am Tisch gesessen bin, an dem eine Buchhalterin heimlich Excel öffnet, weil das DMS zu langsam ist.
Maßgeschneiderte Werkzeuge für Branchen, die von generischen Cloud-Portalen aus den USA seit Jahren schlecht bedient werden. Die CloudDNA ist deshalb kein SAP-Zulieferer mehr — sie ist ein Werkstattbetrieb mit einer wachsenden Produktlinie. Wirtschaftlich riskanter. Menschlich das Ehrlichste, was wir tun konnten.
Wenn Sie RecordTailor überzeugt, ist das der Grund.
Die Schwester-Werkstätten: taxtailor.at · dinetailor.com · staytailor.com · meetingtailor.com · documenttailor.com
Every record measures.
Der Claim ist kein Wortspiel. Er ist die direkte Übersetzung dessen, was man aus der Aviation mitnimmt, ins DMS. Every life counts wird zu every record measures: jedes Dokument zählt, jedes Dokument ist messbar, jedes Dokument gehört gefunden — nicht 999 von 1 000. Alle.
Wir bauen RecordTailor so, wie ein Fluglotse einen Verkehrssektor räumt: ohne blinde Flecken, mit prüfbaren Verfahren, mit einer Hash-Chain über jede Entscheidung. Und wir liefern es so aus, wie eine Cockpit-Crew übergibt: mit einer klaren Checkliste, ohne offene Enden.
Wie's weitergeht.
Wir liefern RecordTailor als Produkt — wenn Sie Ihren Kubernetes-Cluster mögen, betreiben Sie es selbst. Und wir betreiben es als Managed Service — wenn Sie lieber schlafen möchten und uns die Nacht überlassen. Zwei Wege, ein Produkt. Nichts davon geht in irgendeine Multi-Tenant-Cloud, die auch Ihr Wettbewerber benutzt.
Wenn Sie ein Dokument haben, das Sie nicht mehr finden — schicken Sie es uns. Wir zeigen Ihnen in einer halben Stunde, was RecordTailor damit macht. Und wenn wir nicht passen, sagen wir es. Ehrlich. Wie im Tower.